19.12.2025
Wochenausblick: Santa kommt mit Window-Dressing in die Feiertage
Wochenausblick: Santa kommt mit Window-Dressing in die Feiertage
Wochenausblick: Santa kommt mit Window-Dressing in die Feiertage



Inhalt
Die Woche vor Weihnachten war von geldpolitischen Signalen, geopolitischen Risiken und selektiven Sektorbewegungen geprägt, die den Rahmen für die traditionell dünn gehandelte KW 52 setzen. In den USA beschleunigt das Census Bureau den Veröffentlichungsplan wichtiger Konjunkturindikatoren, um nach den Verzögerungen der vergangenen Monate wieder zu einem normalen Datenrhythmus zurückzukehren. Ein Schritt, der mehr Transparenz für Märkte und Fed schafft. In Europa sorgte vor allem Dänemark für positive Akzente, nachdem die Regierung ihre Wachstumsprognosen für 2023 und 2024 wegen des Erfolgs von Novo Nordisk anhob, während Großbritannien mit einem anhaltenden „AktienExodus“ zu kämpfen hatte, da Privatanleger aus Angst vor künftigen Steuererhöhungen bereits den sechsten Monat in Folge netto Aktienfonds verkaufen.
Parallel dazu genehmigte die britische Energieaufsicht Investitionen von rund 28 Mrd. £ in Gas- und Stromnetze für die nächsten fünf Jahre, was langfristig Wachstum stützen dürfte, während Anleiheexperten für 30jährige Gilts Renditen von bis zu 6 % im kommenden Jahr erwarten, ein deutlicher Hinweis auf engen fiskalischen Spielraum.
In Asien rückte Japan ins Zentrum der Aufmerksamkeit:
Marktteilnehmer rechnen inzwischen damit, dass die Bank ofJapan noch im Dezember einen ersten Zinsschritt wagt, auch wenn Gouverneur Ueda betonte, dass unklar sei, wie weit die Zinsen überhaupt angehoben werden können. Die Aussicht auf eine Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik trieb die Rendite 10jähriger JGBs zeitweise auf den höchsten Stand seit 2007, während eine Auktion über 30jährige Anleihen die stärkste Nachfrage seit 2019 verzeichnete, sodass Investoren die nun höheren Renditen dankbar aufnehmen. Trotz steigender Zinsen erreichte der Nikkei 225 ein Dreiwochenhoch, getrieben von starken Bewegungen bei Robotik und „PhysicalAI“-Werten, die von Wetten auf einen globalen Automatisierungsboom profitieren. In den USA wiederum rückten weniger harte Wirtschaftsdaten als vielmehr Personalfragen in der Wirtschaftspolitik in den Fokus: Präsident Trumps Team prüft, Finanzminister Philip Bessent zusätzlich zum obersten Wirtschaftsberater des Weißen Hauses zu machen, während gleichzeitig Kevin Hassett als möglicher neuer FedVorsitzender gehandelt wird. DieseKonstellation würde den Einfluss des Präsidentenumfelds auf die künftige Geldpolitik deutlich erhöhen.
Auf der Unternehmensseite sorgten starke SalesforceZahlen – dank des KIProdukts „Agentforce“ und ein enttäuschender Margenausblick bei Snowflake für eine gewisse Spreizung innerhalb von Cloud und KITiteln; parallel meldeten TSMC und Samsung Fortschritte bei HighEndPackaging und HBMSpeichern, während chinesische KIChipProduzenten wie Cambricon aggressiv ausbauen, aber noch unter niedrigen Ausbeuten leiden.
Wochenausblick
Dünne Liquidität, viel Potenzial für Überraschungen
Die letzte volle Handelswoche des Jahres ist klassisch von niedriger Liquidität, verkürzten Handelszeiten und speziellen Saisoneffekten geprägt, was die Märkte anfällig für abrupte Bewegungen macht. Rund um Weihnachten bleiben viele Börsen an mehreren Tagen geschlossen oder handeln nur verkürzt, wodurch schon mittelgroße Orders deutliche Kursausschläge verursachen können, während größere institutionelle Akteure ihre Risiken tendenziell reduzieren. Statistisch besteht zwar die Chance auf eine „SantaRally“, doch 2025 verlief der Dezember bis zuletzt eher zäh, da hohe Inflation, geopolitische Risiken und Unsicherheit über den geldpolitischen Pfad als „Grinch“ wirkten.
Trotzdem bleibt der Mechanismus intakt, kleine positive Überraschungen, wie in etwa bei verspätet eintreffenden USDaten, bei Energiepreisen oder im geopolitischen Bereich,könnten in diesem Umfeld überproportional große Kursbewegungen auslösen, zumal viele Anleger auf einen versöhnlichen Jahresschluss hoffen.
Besonders wichtig in der letzten Woche sind die strukturellen, eher technischen Faktoren. Die auslaufende „WindowDressing“-Phase institutioneller Investoren kann Gewinner des Jahres noch einmal nach oben treiben, während VerliererTitel zusätzlichen Abgabedruck sehen, wenn Fondsmanager ihre Portfolios zum Stichtag kosmetisch „aufräumen“. Historische Beispiele zeigen, dass in der letzten Dezemberwoche häufig Underperformer überproportional verkauft werden, während HighFlyer künstlich stabil gehalten oder weiter aufgestockt werden. Dieser Effekt, kehrt sich in den ersten Handelstagen des neuen Jahres oft wieder um. Dazu kommen Rotationen und ShortAbdeckungen. Viele Trader schließen zum Jahresende gehebelte Positionen, insbesondere Shorts, was bei stark geshorteten, illiquiden Titeln zu plötzlichen ShortSqueezes führen kann. Vor diesem Hintergrund ist in den kommenden Tagen weniger mit klaren, datengetriebenen Trends als mit „MikroSchocks“ und idiosynkratischen Bewegungen in einzelnen Sektoren und Einzeltiteln zu rechnen, vor allem in Bereichen, die 2025 extreme Performance gezeigt haben, etwa ausgewählte KI/TechAktien, aber auch einige der großen Verlierer aus Immobilien oder EnergieSegmenten.
Politisch und geopolitisch ist der Kalender offiziell vergleichsweise leer, was das Risiko eher in Richtung unerwarteter Ereignisse verschiebt. Die Waffenruhe im NahostKonflikt gilt als fragil, und jede neue Eskalation im Umfeld Israel/Gaza oder im Iran könnte kurzfristig die Ölpreise hochziehen und die Risikoaversion erhöhen. In Europa bleibt der UkraineKrieg ein permanenter Risikofaktor. Zudem besteht die Möglichkeit, dass während der „Nachrichtenruhe“ um Weihnachten Berichte über Energieengpässe bei Kältewellen oder neue Sanktionserwägungen gegenüber Russland aufkommen. Auch Cyber und Terrorrisiken werden von Sicherheitsbehörden in Feiertagsphasen besonders ernst genommen, was im Falle eines größeren Zwischenfalls sofort Fluchtbewegungen in Gold, Staatsanleihen hoher Bonität und den USDollar auslösen würde. Da viele Märkte während der Feiertage geschlossen sind, könnten etwaige Schocks erst mit Verzögerung eingepreist werden und zu überzeichneten Kursbewegungen beim ReOpening in KW 1 2026 führen.
Für Anleger bedeutet der Jahresschluss damit folgenes,Fundamentale Daten treten gegenüber Liquiditäts, Positionierungs- und Eventrisiken in den Hintergrund.
Die Wahrscheinlichkeit ungewöhnlicher Volatilität ohne klaren Trend ist erhöht, während gleichzeitig die Chance besteht, dass eine späte, durch Window Dressing und ShortCovering getriebene MiniRally die Jahresbilanz noch etwas aufhellt. Wer Positionen über den Jahreswechsel hält, sollte daher bewusst entscheiden, welches Geo und Eventrisiko akzeptiert wird – insbesondere mit Blick auf die beschriebenen Konfliktregionen und die anstehende Neupositionierung der Notenbanker im neuen Jahr, etwa mit Blick auf eine mögliche BoJZinswende oder Personalentscheidungen an der Spitze der Fed.
Somit Wünschen auch wir Ihnen frohe Feiertage und einen guten Rutsch in das neue Jahr.
Die Woche vor Weihnachten war von geldpolitischen Signalen, geopolitischen Risiken und selektiven Sektorbewegungen geprägt, die den Rahmen für die traditionell dünn gehandelte KW 52 setzen. In den USA beschleunigt das Census Bureau den Veröffentlichungsplan wichtiger Konjunkturindikatoren, um nach den Verzögerungen der vergangenen Monate wieder zu einem normalen Datenrhythmus zurückzukehren. Ein Schritt, der mehr Transparenz für Märkte und Fed schafft. In Europa sorgte vor allem Dänemark für positive Akzente, nachdem die Regierung ihre Wachstumsprognosen für 2023 und 2024 wegen des Erfolgs von Novo Nordisk anhob, während Großbritannien mit einem anhaltenden „AktienExodus“ zu kämpfen hatte, da Privatanleger aus Angst vor künftigen Steuererhöhungen bereits den sechsten Monat in Folge netto Aktienfonds verkaufen.
Parallel dazu genehmigte die britische Energieaufsicht Investitionen von rund 28 Mrd. £ in Gas- und Stromnetze für die nächsten fünf Jahre, was langfristig Wachstum stützen dürfte, während Anleiheexperten für 30jährige Gilts Renditen von bis zu 6 % im kommenden Jahr erwarten, ein deutlicher Hinweis auf engen fiskalischen Spielraum.
In Asien rückte Japan ins Zentrum der Aufmerksamkeit:
Marktteilnehmer rechnen inzwischen damit, dass die Bank ofJapan noch im Dezember einen ersten Zinsschritt wagt, auch wenn Gouverneur Ueda betonte, dass unklar sei, wie weit die Zinsen überhaupt angehoben werden können. Die Aussicht auf eine Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik trieb die Rendite 10jähriger JGBs zeitweise auf den höchsten Stand seit 2007, während eine Auktion über 30jährige Anleihen die stärkste Nachfrage seit 2019 verzeichnete, sodass Investoren die nun höheren Renditen dankbar aufnehmen. Trotz steigender Zinsen erreichte der Nikkei 225 ein Dreiwochenhoch, getrieben von starken Bewegungen bei Robotik und „PhysicalAI“-Werten, die von Wetten auf einen globalen Automatisierungsboom profitieren. In den USA wiederum rückten weniger harte Wirtschaftsdaten als vielmehr Personalfragen in der Wirtschaftspolitik in den Fokus: Präsident Trumps Team prüft, Finanzminister Philip Bessent zusätzlich zum obersten Wirtschaftsberater des Weißen Hauses zu machen, während gleichzeitig Kevin Hassett als möglicher neuer FedVorsitzender gehandelt wird. DieseKonstellation würde den Einfluss des Präsidentenumfelds auf die künftige Geldpolitik deutlich erhöhen.
Auf der Unternehmensseite sorgten starke SalesforceZahlen – dank des KIProdukts „Agentforce“ und ein enttäuschender Margenausblick bei Snowflake für eine gewisse Spreizung innerhalb von Cloud und KITiteln; parallel meldeten TSMC und Samsung Fortschritte bei HighEndPackaging und HBMSpeichern, während chinesische KIChipProduzenten wie Cambricon aggressiv ausbauen, aber noch unter niedrigen Ausbeuten leiden.
Wochenausblick
Dünne Liquidität, viel Potenzial für Überraschungen
Die letzte volle Handelswoche des Jahres ist klassisch von niedriger Liquidität, verkürzten Handelszeiten und speziellen Saisoneffekten geprägt, was die Märkte anfällig für abrupte Bewegungen macht. Rund um Weihnachten bleiben viele Börsen an mehreren Tagen geschlossen oder handeln nur verkürzt, wodurch schon mittelgroße Orders deutliche Kursausschläge verursachen können, während größere institutionelle Akteure ihre Risiken tendenziell reduzieren. Statistisch besteht zwar die Chance auf eine „SantaRally“, doch 2025 verlief der Dezember bis zuletzt eher zäh, da hohe Inflation, geopolitische Risiken und Unsicherheit über den geldpolitischen Pfad als „Grinch“ wirkten.
Trotzdem bleibt der Mechanismus intakt, kleine positive Überraschungen, wie in etwa bei verspätet eintreffenden USDaten, bei Energiepreisen oder im geopolitischen Bereich,könnten in diesem Umfeld überproportional große Kursbewegungen auslösen, zumal viele Anleger auf einen versöhnlichen Jahresschluss hoffen.
Besonders wichtig in der letzten Woche sind die strukturellen, eher technischen Faktoren. Die auslaufende „WindowDressing“-Phase institutioneller Investoren kann Gewinner des Jahres noch einmal nach oben treiben, während VerliererTitel zusätzlichen Abgabedruck sehen, wenn Fondsmanager ihre Portfolios zum Stichtag kosmetisch „aufräumen“. Historische Beispiele zeigen, dass in der letzten Dezemberwoche häufig Underperformer überproportional verkauft werden, während HighFlyer künstlich stabil gehalten oder weiter aufgestockt werden. Dieser Effekt, kehrt sich in den ersten Handelstagen des neuen Jahres oft wieder um. Dazu kommen Rotationen und ShortAbdeckungen. Viele Trader schließen zum Jahresende gehebelte Positionen, insbesondere Shorts, was bei stark geshorteten, illiquiden Titeln zu plötzlichen ShortSqueezes führen kann. Vor diesem Hintergrund ist in den kommenden Tagen weniger mit klaren, datengetriebenen Trends als mit „MikroSchocks“ und idiosynkratischen Bewegungen in einzelnen Sektoren und Einzeltiteln zu rechnen, vor allem in Bereichen, die 2025 extreme Performance gezeigt haben, etwa ausgewählte KI/TechAktien, aber auch einige der großen Verlierer aus Immobilien oder EnergieSegmenten.
Politisch und geopolitisch ist der Kalender offiziell vergleichsweise leer, was das Risiko eher in Richtung unerwarteter Ereignisse verschiebt. Die Waffenruhe im NahostKonflikt gilt als fragil, und jede neue Eskalation im Umfeld Israel/Gaza oder im Iran könnte kurzfristig die Ölpreise hochziehen und die Risikoaversion erhöhen. In Europa bleibt der UkraineKrieg ein permanenter Risikofaktor. Zudem besteht die Möglichkeit, dass während der „Nachrichtenruhe“ um Weihnachten Berichte über Energieengpässe bei Kältewellen oder neue Sanktionserwägungen gegenüber Russland aufkommen. Auch Cyber und Terrorrisiken werden von Sicherheitsbehörden in Feiertagsphasen besonders ernst genommen, was im Falle eines größeren Zwischenfalls sofort Fluchtbewegungen in Gold, Staatsanleihen hoher Bonität und den USDollar auslösen würde. Da viele Märkte während der Feiertage geschlossen sind, könnten etwaige Schocks erst mit Verzögerung eingepreist werden und zu überzeichneten Kursbewegungen beim ReOpening in KW 1 2026 führen.
Für Anleger bedeutet der Jahresschluss damit folgenes,Fundamentale Daten treten gegenüber Liquiditäts, Positionierungs- und Eventrisiken in den Hintergrund.
Die Wahrscheinlichkeit ungewöhnlicher Volatilität ohne klaren Trend ist erhöht, während gleichzeitig die Chance besteht, dass eine späte, durch Window Dressing und ShortCovering getriebene MiniRally die Jahresbilanz noch etwas aufhellt. Wer Positionen über den Jahreswechsel hält, sollte daher bewusst entscheiden, welches Geo und Eventrisiko akzeptiert wird – insbesondere mit Blick auf die beschriebenen Konfliktregionen und die anstehende Neupositionierung der Notenbanker im neuen Jahr, etwa mit Blick auf eine mögliche BoJZinswende oder Personalentscheidungen an der Spitze der Fed.
Somit Wünschen auch wir Ihnen frohe Feiertage und einen guten Rutsch in das neue Jahr.
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