09.01.2026

Wochenausblick: Jahresauftakt zwischen Rally und Realitätscheck

Wochenausblick: Jahresauftakt zwischen Rally und Realitätscheck

Wochenausblick: Jahresauftakt zwischen Rally und Realitätscheck

Inhalt

Die Märkte sind ins neue Jahr 2026 gestartet, doch schon in der zweiten Handelswoche zeigt sich ein fragiler Balanceakt zwischen Neujahrsrally und Realitätscheck. Nach einem holprigen Jahresende mit gemischten Signalen müssen sich Anleger nun auf handfeste Konjunkturdaten, geldpolitische Weichenstellungen und mögliche politische Stolpersteine konzentrieren. Volatilität könnte wieder zunehmen – höchste Zeit also, Positionierungen kritisch zu prüfen und sich nicht von trügerischer Ruhe einlullen zu lassen.

Rückblick 

Die erste vollständige Handelswoche des Jahres brachte ein Paket wichtiger Konjunkturdaten. Allen voran der US-Arbeitsmarktbericht für Dezember, der die Erwartungen unterbot: Die Nonfarm Payrolls stiegen nur um 50.000 Stellen, während die Arbeitslosenquote überraschend von 4,5 % auf 4,4 % sank. Dieses „Stottern“ der Jobmaschine signalisiert ein abkühlendes Wachstum, jedoch ohne akuten Einbruch – ein jobloses Wachstum scheint sich abzuzeichnen. Immerhin blieb das Lohnwachstum solide, was zusammen mit der nur leichten Zunahme der Arbeitslosigkeit die Erwartungen bestärkt, dass die Fed bei ihrer anstehenden Sitzung Ende Januar zunächst stillhält.

Der Wochen-Trigger

Die Woche steht unter einem klaren Motto: Inflation + Konsum + Earnings. Entscheidend wird, ob der Markt seine „Soft Landing“-Story weiter durchziehen kann oder ob Daten die Zinssenkungsfantasie wieder kippen lassen.

Makro: CPI entscheidet das Setup

Der US-CPI am Dienstag ist der wichtigste Impuls der Woche. Ein niedrigerer Wert stützt die Erwartung, dass die Fed 2026 weiter lockern kann und hilft Aktien sowie Risk-FX. Ein heißer CPI dagegen zieht Renditen hoch, stärkt den Dollar und trifft vor allem zinssensitive Tech-Titel. Danach folgen Retail Sales und PPI (Mittwoch) als Check, ob der US-Konsum nach Weihnachten stabil bleibt oder ob die Bremsen stärker greifen.

Zentralbanken: Pause, aber nicht langweilig

Die Fed ist kommunikativ ruhig, aber der Markt handelt jede neue Information sofort über Bonds. Schau deshalb weniger auf Statements, mehr auf Treasury Moves und den kurzfristigen Zinsmarkt. In Europa bleibt der Blick auf EZB-Töne, aber ohne Sitzung ist das eher ein Randthema. In Japan bleibt die Lage explosiv: USD/JPY reagiert überproportional auf jede BoJ-Schlagzeile oder Interventionsgerüchte.

Politik: latent statt planbar

Kein großer Termin, aber das Trump-Umfeld bleibt ein Risikofaktor: Alles, was nach Handelskonflikt, Sanktionen oder Rohstoffpolitik aussieht, kann kurzfristig Risk-Off auslösen. Europa bleibt politisch ruhiger, aber empfindlich, sobald Wachstum oder Energiepreise wieder drehen.

Aktien: Earnings starten, Banken geben den Ton

Mit den ersten US-Bank-Earnings startet die Berichtssaison. Trader sollten weniger auf „Beat/Miss“ schauen, sondern auf den Ausblick: Kreditqualität, Rückstellungen, Nettozinsmargen, Kommentar zur Konsumlage. Wenn Banken vorsichtig werden, zieht das schnell den Gesamtmarkt runter. Tech bleibt stark, aber sehr daten- und zinsabhängig.

FX: die 2 Paare, die zählen

EUR/USD bleibt primär CPI-getrieben. USD/JPY bleibt der Volatilitäts-Hebel der Woche. Wenn du nur zwei FX-Charts offen haben willst: das sind sie.

Zinsen & Bonds: Der Markt verrät dir die Wahrheit

Diese Woche sollte man nicht nur auf News schauen sondern auf auf die Treasury’s.
Die Renditebewegung ist der schnellste Indikator, ob der Markt mehr Cuts oder weniger Cut einpreist.

Zentralbanken: Die Musik spielt zwischen den Sitzungen

Fed: offiziell ruhig, aber der Markt handelt jede Datenzeile. Wichtig ist nicht, was Fed-Leute sagen, sondern wie Futures und Renditen reagieren.

EZB: keine Sitzung, aber Europa hängt trotzdem am US-Impuls. Wenn US-Renditen steigen, wird’s für DAX und Euro-Aktien schwerer, besonders für zinssensitive Bereiche.

BoJ (Japan): bleibt der FX-Volatilitätshebel. Jede Zeile aus Tokio oder jedes Interventionsgerücht kann USD/JPY drehen. Wenn USD/JPY in Richtung neue Hochs schiebt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass verbal gegengehalten wird.

Politik & Geopolitik: Nicht planbar, aber immer im Hintergrund

Es gibt diese Woche keinen „Fixtermin“, aber politische Headlines bleiben gefährlich, weil die Märkte nach dem Jahresstart entspannt sind. Das heißt, dass jede harte Trump-Schlagzeile (Handel, China, Rohstoffe, Sanktionen) kann schnell Risk-Off triggern,  besonders in dünnen Momenten rund um Daten.

Europa ist politisch ruhiger, aber empfindlich über das Wachstum: Wenn US-Daten schwächeln und der Dollar stark wird, kann der Euro runter, und DAX-Titel mit globaler Nachfrage reagieren.

Aktien: Earnings starten – Banken sind der erste Stimmungstest

Die US-Bank-Earnings sind der erste echte „Reality-Check“ fürs Q4. Für Retail Trader ist nicht das EPS der Kern, sondern:

Kreditqualität / Rückstellungen: steigen sie? Dann wird der Markt nervös.

Nettozinsmarge: was sagen sie zu 2026, wenn Cuts kommen?

Kommentar zum Konsum: wenn Banken vorsichtig werden, kann das Risikoassets bremsen.

Der Markt ist aktuell nicht in einem Umfeld, in dem schlechte Guidance verziehen wird. Heißt: Guidance schlägt Zahlen.

Forex: Die zwei Hauptcharts für die Woche

EUR/USD: reagiert vor allem auf CPI → Renditen → Dollar.
Wenn CPI dovish ist, kann EUR/USD nach oben drücken; wenn CPI hawkish ist, werden Euro-Rallys oft direkt verkauft.

USD/JPY: die schnellste Risk-/Yield-Wette.
Steigende US-Renditen + ruhiger BoJ-Ton = USD/JPY hoch.
Interventionstöne oder risk-off = schnelle Drops.
Hier gilt: kleine Size, enge Stops, keine Sturheit.

S&P und DAX: Was du praktisch beobachten willst

S&P 500: reagiert zuerst über Futures nach CPI. Entscheidend ist, ob ein Move gehalten wird (Trendday) oder ob er am selben Tag wieder zurückläuft (Fade).

DAX: folgt oft dem US-Impuls, aber kann über EUR/USD zusätzlich verstärkt werden. Dollar-Stärke + höhere US-Renditen = häufig Gegenwind für Europa.

Die dritte Januarwoche bietet reichlich Zündstoff – es ist an der Zeit, sich vom Weihnachtsmodus zu lösen und voll fokussiert zu sein. Ob die “Santa-Rally” in eine dauerhafte Aufwärtsbewegung übergeht oder ob der Realitätscheck für Ernüchterung sorgt, entscheidet sich in den kommenden Tagen. Wichtig ist, stets eine Balancierung zwischen Risiko und Chance zu wahren.
In diesem Sinne: Bleiben Sie wachsam, aber auch gelassen. Jede Volatilitätsspitze ist auch eine Gelegenheit. Die Kunst wird sein, die Nerven zu behalten, strukturiert zu handeln und sich weder von Gier noch von Angst treiben zu lassen. Viel Erfolg und gutes Trading!

 

Die Märkte sind ins neue Jahr 2026 gestartet, doch schon in der zweiten Handelswoche zeigt sich ein fragiler Balanceakt zwischen Neujahrsrally und Realitätscheck. Nach einem holprigen Jahresende mit gemischten Signalen müssen sich Anleger nun auf handfeste Konjunkturdaten, geldpolitische Weichenstellungen und mögliche politische Stolpersteine konzentrieren. Volatilität könnte wieder zunehmen – höchste Zeit also, Positionierungen kritisch zu prüfen und sich nicht von trügerischer Ruhe einlullen zu lassen.

Rückblick 

Die erste vollständige Handelswoche des Jahres brachte ein Paket wichtiger Konjunkturdaten. Allen voran der US-Arbeitsmarktbericht für Dezember, der die Erwartungen unterbot: Die Nonfarm Payrolls stiegen nur um 50.000 Stellen, während die Arbeitslosenquote überraschend von 4,5 % auf 4,4 % sank. Dieses „Stottern“ der Jobmaschine signalisiert ein abkühlendes Wachstum, jedoch ohne akuten Einbruch – ein jobloses Wachstum scheint sich abzuzeichnen. Immerhin blieb das Lohnwachstum solide, was zusammen mit der nur leichten Zunahme der Arbeitslosigkeit die Erwartungen bestärkt, dass die Fed bei ihrer anstehenden Sitzung Ende Januar zunächst stillhält.

Der Wochen-Trigger

Die Woche steht unter einem klaren Motto: Inflation + Konsum + Earnings. Entscheidend wird, ob der Markt seine „Soft Landing“-Story weiter durchziehen kann oder ob Daten die Zinssenkungsfantasie wieder kippen lassen.

Makro: CPI entscheidet das Setup

Der US-CPI am Dienstag ist der wichtigste Impuls der Woche. Ein niedrigerer Wert stützt die Erwartung, dass die Fed 2026 weiter lockern kann und hilft Aktien sowie Risk-FX. Ein heißer CPI dagegen zieht Renditen hoch, stärkt den Dollar und trifft vor allem zinssensitive Tech-Titel. Danach folgen Retail Sales und PPI (Mittwoch) als Check, ob der US-Konsum nach Weihnachten stabil bleibt oder ob die Bremsen stärker greifen.

Zentralbanken: Pause, aber nicht langweilig

Die Fed ist kommunikativ ruhig, aber der Markt handelt jede neue Information sofort über Bonds. Schau deshalb weniger auf Statements, mehr auf Treasury Moves und den kurzfristigen Zinsmarkt. In Europa bleibt der Blick auf EZB-Töne, aber ohne Sitzung ist das eher ein Randthema. In Japan bleibt die Lage explosiv: USD/JPY reagiert überproportional auf jede BoJ-Schlagzeile oder Interventionsgerüchte.

Politik: latent statt planbar

Kein großer Termin, aber das Trump-Umfeld bleibt ein Risikofaktor: Alles, was nach Handelskonflikt, Sanktionen oder Rohstoffpolitik aussieht, kann kurzfristig Risk-Off auslösen. Europa bleibt politisch ruhiger, aber empfindlich, sobald Wachstum oder Energiepreise wieder drehen.

Aktien: Earnings starten, Banken geben den Ton

Mit den ersten US-Bank-Earnings startet die Berichtssaison. Trader sollten weniger auf „Beat/Miss“ schauen, sondern auf den Ausblick: Kreditqualität, Rückstellungen, Nettozinsmargen, Kommentar zur Konsumlage. Wenn Banken vorsichtig werden, zieht das schnell den Gesamtmarkt runter. Tech bleibt stark, aber sehr daten- und zinsabhängig.

FX: die 2 Paare, die zählen

EUR/USD bleibt primär CPI-getrieben. USD/JPY bleibt der Volatilitäts-Hebel der Woche. Wenn du nur zwei FX-Charts offen haben willst: das sind sie.

Zinsen & Bonds: Der Markt verrät dir die Wahrheit

Diese Woche sollte man nicht nur auf News schauen sondern auf auf die Treasury’s.
Die Renditebewegung ist der schnellste Indikator, ob der Markt mehr Cuts oder weniger Cut einpreist.

Zentralbanken: Die Musik spielt zwischen den Sitzungen

Fed: offiziell ruhig, aber der Markt handelt jede Datenzeile. Wichtig ist nicht, was Fed-Leute sagen, sondern wie Futures und Renditen reagieren.

EZB: keine Sitzung, aber Europa hängt trotzdem am US-Impuls. Wenn US-Renditen steigen, wird’s für DAX und Euro-Aktien schwerer, besonders für zinssensitive Bereiche.

BoJ (Japan): bleibt der FX-Volatilitätshebel. Jede Zeile aus Tokio oder jedes Interventionsgerücht kann USD/JPY drehen. Wenn USD/JPY in Richtung neue Hochs schiebt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass verbal gegengehalten wird.

Politik & Geopolitik: Nicht planbar, aber immer im Hintergrund

Es gibt diese Woche keinen „Fixtermin“, aber politische Headlines bleiben gefährlich, weil die Märkte nach dem Jahresstart entspannt sind. Das heißt, dass jede harte Trump-Schlagzeile (Handel, China, Rohstoffe, Sanktionen) kann schnell Risk-Off triggern,  besonders in dünnen Momenten rund um Daten.

Europa ist politisch ruhiger, aber empfindlich über das Wachstum: Wenn US-Daten schwächeln und der Dollar stark wird, kann der Euro runter, und DAX-Titel mit globaler Nachfrage reagieren.

Aktien: Earnings starten – Banken sind der erste Stimmungstest

Die US-Bank-Earnings sind der erste echte „Reality-Check“ fürs Q4. Für Retail Trader ist nicht das EPS der Kern, sondern:

Kreditqualität / Rückstellungen: steigen sie? Dann wird der Markt nervös.

Nettozinsmarge: was sagen sie zu 2026, wenn Cuts kommen?

Kommentar zum Konsum: wenn Banken vorsichtig werden, kann das Risikoassets bremsen.

Der Markt ist aktuell nicht in einem Umfeld, in dem schlechte Guidance verziehen wird. Heißt: Guidance schlägt Zahlen.

Forex: Die zwei Hauptcharts für die Woche

EUR/USD: reagiert vor allem auf CPI → Renditen → Dollar.
Wenn CPI dovish ist, kann EUR/USD nach oben drücken; wenn CPI hawkish ist, werden Euro-Rallys oft direkt verkauft.

USD/JPY: die schnellste Risk-/Yield-Wette.
Steigende US-Renditen + ruhiger BoJ-Ton = USD/JPY hoch.
Interventionstöne oder risk-off = schnelle Drops.
Hier gilt: kleine Size, enge Stops, keine Sturheit.

S&P und DAX: Was du praktisch beobachten willst

S&P 500: reagiert zuerst über Futures nach CPI. Entscheidend ist, ob ein Move gehalten wird (Trendday) oder ob er am selben Tag wieder zurückläuft (Fade).

DAX: folgt oft dem US-Impuls, aber kann über EUR/USD zusätzlich verstärkt werden. Dollar-Stärke + höhere US-Renditen = häufig Gegenwind für Europa.

Die dritte Januarwoche bietet reichlich Zündstoff – es ist an der Zeit, sich vom Weihnachtsmodus zu lösen und voll fokussiert zu sein. Ob die “Santa-Rally” in eine dauerhafte Aufwärtsbewegung übergeht oder ob der Realitätscheck für Ernüchterung sorgt, entscheidet sich in den kommenden Tagen. Wichtig ist, stets eine Balancierung zwischen Risiko und Chance zu wahren.
In diesem Sinne: Bleiben Sie wachsam, aber auch gelassen. Jede Volatilitätsspitze ist auch eine Gelegenheit. Die Kunst wird sein, die Nerven zu behalten, strukturiert zu handeln und sich weder von Gier noch von Angst treiben zu lassen. Viel Erfolg und gutes Trading!